Wohlstand, Freiheit, Fortschritt – lange galt die Partnerschaft von Demokratie und Kapitalismus als Garant moderner westlicher Gesellschaften. Doch stimmt dieses Narrativ heute noch? Oder sind die Logiken beider Ordnungen längst in Konflikt geraten?
Historisch wurde das Verhältnis immer wieder neu gedeutet – von Schumpeters Skepsis über Polanyis Warnung vor Marktverselbstständigung bis hin zu Fukuyamas These vom "Ende der Geschichte", dem Sieg westlicher Demokratien und des Kapitalismus nach dem Kalten Krieg. Doch die Realität des 21. Jahrhunderts zeichnet ein anderes Bild: wachsende Ungleichheit, Vertrauensverlust in Institutionen und der Aufstieg populistischer Bewegungen stellen die Allianz von Markt und Demokratie infrage.
Im vierten Teil der Reihe "Die Zukunft der Demokratie" diskutieren Prof. Dr. Wolfgang Merkel (Humboldt-Universität zu Berlin) und David Kirchner (Stiftung Wissenschaft und Demokratie) das spannungsreiche Verhältnis zwischen der politischen und ökonomischen Ordnung.
Der Vortrag lädt dazu ein, die ideengeschichtlichen Linien dieser Debatte nachzuzeichnen, die aktuellen Bruchstellen zu verstehen und gemeinsam über mögliche Zukunftspfade nachzudenken.
Im Anschluss an die Impulsvorträge besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Wall 40
24103 Kiel
Deutschland