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IParl-Newsletter

Frühjahr 2026

  • Zwischenruf-Podcast zum Berufsalltag von Abgeordneten
  • Neue IParl-Fellow Sophie Schönberger
  • Fachgespräche zur Enquete-Kommission und zu Defekten Demokratien
  • Podcast-Reihe zu Politischen Grundbegriffen
  • Medienbeiträge zum Landtag von Sachsen-Anhalt und zu Wahlterminen
  • Publikationen: Fraktionen im Bundestag und Präsidentialismus in Afrika
  • Ausblick: Fachtagung zu Parlamentarischer Konfliktkultur und Online-Werkstatt
IParl-Podcast Zwischenruf

Ist der Bundestag ein toxischer Arbeitsplatz? Rund 150 Abgeordnete sind in der vergangenen Wahlperiode freiwillig ausgeschieden. Was das über den Bundestag als Arbeitsort verrät, besprechen wir mit Yvonne Magwas, MdB a.D. und Carlo Greß, Mitautor der Bertelsmann-Studie „Arbeitsplatz Bundestag“. Die Studie nimmt den Trend zum Anlass und fragt, was den Parlamentsalltag im Inneren prägt und welche Reformen den Bundestag als Arbeitsplatz stärken könnten. Wir sprechen darüber, was Menschen im Mandat hält und was sie zum Ausstieg bewegte, welche individuellen Motive und strukturellen Gründe die Studie offenlegt, und ob der Bundestag als moderner Arbeitsplatz empfunden wird.

29: Politik als Beruf - Wie arbeitet es sich als Abgeordnete(r)?
mit Yvonne Magwas (MdB a.D., CDU) und Carlo Greß (Project Manager, Bertelsmann Stiftung)

Neue IParl-Fellow Sophie Schönberger

Seit dem 1. März begrüßen wir Prof. Dr. Sophie Schönberger als neue Research Fellow am IParl. Sie ist Professorin für Öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsrecht und Verfassungstheorie an der Freien Universität Berlin und leitet das Berliner Zentrum für Parteien- und Parlamentsrecht (BZPP). Zuletzt erschienen von ihr der Handkommentar Parteienrecht und das Demokratie-Lernbuch „Das Parlament der Tiere“. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch.

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Fachgespräch in Enquete-Kommission

Auf Einladung einer AG der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zu „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ haben Franziska Carstensen und Anastasia Pyschny an einem nichtöffentlichen Fachgespräch teilgenommen. Das Gespräch zum Thema „Parlamentarische und föderale Entscheidungsfindung in der Krise“ fand am 19. März 2026 im Bundestag statt. In den kommenden Wochen werden beide eine schriftliche Stellungnahme abgeben.

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Defekte Demokratien in Europa

Im Zentrum und an der Peripherie Europas stehen die demokratischen Systeme zahlreicher Länder unter Druck. Während einige Staaten bereits autoritär geführt werden, drohen andere in diese Richtung abzudriften. Wie vielschichtig diese Vorgänge sind und wie die Widerstandsfähigkeit demokratischer Institutionen gestärkt werden können, haben Danny Schindler und Oliver Kannenberg bei einer Diskussionsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung in Brandenburg besprochen. Der Livestream der Veranstaltung ist auf dem YouTube-Kanal der Landeszentrale abrufbar. 

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Podcast-Reihe zu politischen Grundbegriffen

Die Landeszentrale für Politische Bildung Brandenburg hat in Kooperation mit dem IParl eine Podcast-Reihe zu politischen Grundbegriffen veröffentlicht. Die vier Episoden des Podcasts „Was ist da los? Über Politik und Gesellschaft“ sind:

  • Was ist Demokratie? (Franziska Carstensen)
  • Über Parteien und ihre Rolle in der Demokratie (Daniel Hellmann)
  • Koalition bedeutet Kompromiss (Oliver Kannenberg)
  • Kritik und Kontrolle - über die Rolle der Opposition (Danny Schindler)

Die vier Episoden können bei Spotify oder Soundcloud angehört werden.

 
IParl in den Medien

In über 2.000 Städten und Gemeinden in Bayern wurden am 8. März Stadt- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister gewählt. Schon im Vorfeld kursierten Gerüchte um mögliche Wahlmanipulation. Daniel Hellmann hat dazu mit dem BR24 Faktenfuchs gesprochen und erklärt, welche Mechanismen dafür sorgen, dass die Wahlen dennoch sicher ablaufen.

Die Forderung nach einer Bündelung von Wahlterminen ist gewissermaßen ein Dauerbrenner in der politischen Debatte. Zuletzt hat u.a. der ehemalige Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripour dieses Thema öffentlichkeitswirksam wieder aufleben lassen. Mit BR24 hat Danny Schindler über die Vor- und Nachteile der Zusammenlegung von Wahlterminen in Deutschland gesprochen.

Übergroße Reform-Koalition im Landtag von Sachsen-Anhalt: Im Zuge einer groß angelegten Parlamentsreform wollen die Fraktionen von CDU bis zur Linken den Landtag für den Fall einer stärker werdenden AfD wappnen. In ihrer Einschätzung für die Mitteldeutsche Zeitung bewertet Franziska Carstensen die bisherigen Pläne positiv. 

 
Publikationen

Die Fraktionen im Deutschen Bundestag haben einen wesentlichen Beitrag geleistet zur Leistungsfähigkeit der repräsentativen Demokratie nach deren Neugründung 1949. Als parlamentarisches Subsystem haben sie dabei – ebenso wie der Bundestag als Institution und das Mandat auf individueller Ebene – Professionalisierung erfahren. Wie dies organisationsstrukturell geschah, erörtern Danny Schindler und Theresa Pescht anhand einer längsschnittlichen Perspektive auf CDU/CSU, FDP und SPD. Der Blick richtet sich auf Strukturen vertikaler und horizontaler Arbeitsteilung sowie den Umfang und Detailgrad interner Spielregeln. Gezeigt wird zudem, dass Fraktionen professionelle und demokratische Kollektivakteure darstellen, Professionalisierung also nicht auf dem Rücken innerorganisatorischer Demokratie erfolgen muss.

Danny Schindler und Theresa Pescht: Bundestagsfraktionen als professionalisierte demokratische Gebilde – organisationsstrukturelle Entwicklungen seit 1949, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 65. Jg. (2025), H. 4, S. 885-901.

Zum Beitrag

 

Die kürzlich veröffentlichte „Elgar Encyclopedia of African Politics“ ist mit 91 Kapiteln das wohl umfassendste Kompendium zu einer großen Bandbreite an Themen rund um Politik in Afrika. Dazu zählen neben afrikanischem Feminismus, der Rolle von Parlamenten bis hin zu einem Beitrag über Politikwissenschaft in Afrika auch das Kapitel von IParl-Research Fellow Anja Osei, die sich eingehender den unterschiedlichen Ausprägungen des Präsidentialismus und präsidentieller Systeme auf dem afrikanischen Kontinent widmet. 

Anja Osei: Presidentialism, in: Anne M. Kjær, Moses Khisa und Xichavo Alecia Ndlovu (Hg.), Elgar Encyclopedia of African Politics, 2026, S. 374-380.

Zum Beitrag

 
IParl-Forschungskolloquium

Julien Robin (Universität Montréal) wird am 7. Mai im Kolloquium zu Gast sein und sein Forschungsprojekt „Power Centralization and Party Switching in a «Fraktionenparlament»: The French National Assembly, 1910-2024“ vorstellen. 

Am 21. Mai widmen wir uns mit Dr. Sven Jüngerkes (Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, KGParl) dem Editionsprogramm  „Fraktionen im Deutschen Bundestag 1949-2005“, das sich insbesondere mit den Protokollen der Fraktionssitzungen beschäftigt.

Das zweite Quartal abschließend besucht uns am 25. Juni Prof. Dr. Robert Vehrkamp im Kolloquium. Er ist Senior Advisor der Bertelsmann Stiftung sowie Gastprofessor am Zentrum für Demokratieforschung der Leuphana Universität Lüneburg Universität. In seinem Vortrag wird er ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Quadratur der Wahlkreise – Optionen einer nachhaltigen Reform des Bundeswahlrechts“ vorstellen.

Das Kolloquium findet jeweils von 10:30 bis 12:30 Uhr im IParl als hybride Veranstaltung statt. Bei Interesse an einer Teilnahme in Präsenz oder online schreiben Sie bitte eine E-Mail an kolloquium@iparl.de.

Ablaufplan

 
Ausblick

Das Berliner Zentrum für Parteien- und Parlamentsrecht (BZPP) veranstaltet am 16. April 2026 die interdisziplinäre Tagung „Parlamentarische Konfliktkultur im demokratischen Stresstest“ an der FU Berlin. In vier Panels wird das Parlament zum einen als „Diskursraum“ und zum anderen als „Handlungs- und Entscheidungsraum“ umfassend beleuchtet. Mehr Informationen zur Tagung sowie das Programm ist dem Flyer zu entnehmen. 

 

Die Themengruppe Vergleichende Parlamentarismusforschung der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) startet am 24. April 2026 eine neue Online-Werkstattreihe, die von 11:00 bis 12:00 Uhr stattfinden wird. Ziel ist es, einen regelmäßigen digitalen Austausch zu laufenden Projekten zu ermöglichen und einen niedrigschwelligen, konstruktiven Raum für inhaltliches und methodisches Feedback zu bieten. Den Auftakt bildet ein Termin für Promotionsprojekt mit Beiträgen von Moritz Kinskofer (Universität Regensburg) und Berit Mues (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel). Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. 

 
 

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