Liebe Leser*innen,
Zukunft ist ein Gegenstand der Reflexion und Forschung in der Politikwissenschaft, der sich zuletzt zunehmender Beliebtheit erfreut. Der Januar symbolisiert dies wie kein anderer Monat – abgeleitet vom römischen Janus, der als Gott der Übergänge, Anfänge und Türen zurück in die Vergangenheit und zugleich nach vorne in die Zukunft schaut. Diese Doppelsicht spiegelt die Ambivalenz wider, die den Jahresbeginn prägt. Sie erinnert uns daran, dass jede Zukunft auf den Fundamenten der Vergangenheit aufbaut.
Daher schauen auch wir in dieser Ausgabe auf Beiträge des letzten Jahres, die sich mit Zukunft und Zeit(lichkeit) auseinandersetzen. 2024 endete bei uns mit einer Rezension, die den „Metaverlust“ an positiven Fortschritts- und Zukunftserwartungen in westlichen Demokratien sowie dessen Folgen diagnostiziert. Andere Beiträge behandelten Bücher, die die Grundzüge einer politischen Theorie von Temporalität skizzieren oder das aktuelle politische Ringen um die Zukunft beleuchten, das angesichts der Klimakatastrophe von den Topoi der Zeitknappheit und des drohenden Zukunftsverlusts geprägt ist. Ein jüngst erschienener Beitrag widmet sich ergänzend hierzu den Endzeitvorstellungen im Rechtspopulismus.
Zeitgleich befinden wir uns nach dem Scheitern der 2021 ausgerufenen „Fortschrittskoalition“ mitten im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025. So bietet sich gleich im ersten Jahresquartal die Gelegenheit, die Weichen neu zu stellen. Die verschiedenen Parteien werben für ihre Antworten auf die Frage, welche politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Visionen wir brauchen, um eine nachhaltige, gerechte und demokratische Zukunft zu gestalten. Der Bundestagswahl widmen wir daher unseren ersten Themenschwerpunkt.
Dabei beobachten wir auch dieses Großereignis aus der gewohnten politikwissenschaftlichen Perspektive entlang unserer Themenfelder und blicken unter anderem auf Fragen der Außen- und Wirtschaftspolitik sowie der Wähler*innen- und Einstellungsforschung. Nicht zuletzt treibt uns die Frage um, wie sich das deutsche Parteiensystem entwickeln könnte.
Wir freuen uns, wenn Sie uns dabei begleiten und das pw-portal weiterempfehlen.
Mit den besten Grüßen
Ihre Redaktion
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